Italienische Militärinternierte (IMI) im Dritten Reich 1943-1945

Vortrag von Dr. Gianfranco Ceccanei

Im Zweiten Weltkrieg waren NS-Deutschland und das faschistische Italien zunächst Bündnispartner. Am 8.Septembere 1943 trat Italien aus dem Bündnis aus. Die deutsche Wehrmacht nahm daraufhin die italienischen Soldaten und Offiziere gefangen. Etwa 650.000 wurden in das Deutsche Reich und in die besetzten Gebiete transportiert. Mit der Gründung der Repubblica Sociale Italiana (R.S.I.) 1944 wurden die Gefangenen zu „Militärinternierten“ erklärt. So konnten sie trotz des neuen faschistischen Bündnisses und ohne Rücksicht auf das Völkerrecht als Zwangsarbeiter in der Rüstung eingesetzt werden. (aus: https://www.ns-zwangsarbeit.de/italienische-militaerinternierte/[191114])

Die nationalsozialistische „Neuordnung Europas“ sah vor, die Deutschen als Herrenrasse, die Slawen als Untermenschen zu betrachten. Für jüdische Bürger und Widerstandskämpfer war keine Daseinsberechtigung gegeben. Sie wurden in die KZs deportiert und ermordet. Ab dem 8. September 1943 deportierte man auch die IMI ins Dritte Reich.

Mein Ziel ist es, zu zeigen, welches Schicksal die IMI in den Stammlagern (Stalag) und Arbeitskommandos (ABKo) erfuhren. Exemplarisch werde ich mich auf die Stalags III D Berlin, III B Fürstenberg, III A Luckenwalde, V A Ludwigsburg und das ABKo Münsingen beziehen. Als Leitfaden übernehme ich partiell die Sichtweise von Don Luigi Fraccari, die ich jedoch in Bezug auf das Stalag III D Berlin relativiere. Don Faccari war ab 1944 mit der geistlichen Betreuung der italienischen Militär- und Zivilinternierten beauftragt.

Methodisch wähle ich den Weg der „Geschichte von unten“: Ich werde die Schicksale der Zeitzeugen Tiziano di Leo (Stalag III D), Alessandro Orna (Stalag III B), Vittorio Verdolini (Stalag III A), Edo Magnalardo (Stalag III A), Antonio Ceseri (Stalag III A), Vittorio Venchi (Stalag V A) und meines Vaters Antonio Ceccanei (ABKo Münsingen) darstellen.

 

Veranstaltung des Fördervereins Zentrale Stelle Ludwigsburg in Verbindung mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg.

Eintritt: 8,- € / 5,- €  (Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte)

Diese Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann unter <https://youtu.be/ykPmFO9FrpU> aufgerufen werden.

 

Ort: Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, D-71638 Ludwigsburg

Zurück