Sonstige Veranstaltungen

Rassismus trotz „Auschwitz“?

War „Antiziganismus“ noch vor 20 Jahren ein Fachterminus, dessen Bekanntheit kaum über die engen Grenzen hochspezialisierter Forschungsdiskussionen und die Kreise politischer Aktivistinnen und Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung hinausreichte, so nimmt seine Verwendung bis heute stetig zu. Als eine spezifische, noch immer in hohem Maße gesellschaftsfähige Variante des Rassismus, die sich in erster Linie gegen die Angehörigen der Sinti und Roma-Minderheit richtet, benennt der Begriff die systematischen, in den vielfältigsten Formen erscheinenden Diskriminierungen und Benachteiligungen der als „Zigeuner“ stigmatisierten Minderheit durch die Mehrheitsgesellschaft. Antiziganismus weist eine lange Geschichte und eine tiefe Verankerung im kollektiven kulturellen Gedächtnis der europäischen Nationen auf. Die sozialen und historischen Hintergründe, die den „Zigeuner“-Diskurs hervorbrachten und aufrechterhielten sollen ebenso beleuchtet werden wie die Geschichte des Umgangs mit Sinti und Roma in Deutschland. Auf die neueren Entwicklungen, nach dem tiefen Einschnitt des nationalsozialistischen Völkermordes, soll dabei genauer eingegangen werden.

Joey Rauschenberger ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Kontinuitäten des Antiziganismus in Baden-Württemberg nach 1945“ an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg.

Es ist vorgesehen, dass die Veranstaltung hybrid stattfindet, d.h. Sie können online oder in Präsenz teilnehmen.

In Kooperation mit: Staatsarchiv Ludwigsburg, Förderverein Zentrale Stelle e.V., Stolpersteine Ludwigsburg


2211008 (hybrid)

1 Termin, Dienstag 19:00-21:00 Uhr

12.04.2022

Staatsarchiv, Vortragsraum, Vortragsraum
Abendkasse: 8,00 €

Ort: Staatsarchiv, Vortragsraum (Arsenalplat 3 - 71638 Ludwigsburg)

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