Gedenken zu den verbrecherischen Urteilen am Landgericht Stuttgart während der NS-Zeit

Die Zeit des Nationalsozialismus war eine dunkle Periode - für das Landgericht Stuttgart, wie für die gesamte württembergische Justiz, die 1935 verreichlicht wurde. Damit endete die Unabhängigkeit der Rechtsprechung. Jüdische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mussten das Gericht verlassen. Der „Justizpalast“, der als Symbol für eine moderne, sich aus reichseinheitlichen Gesetzen ableitende Staatlichkeit und Justiz errichtet wurde, stand nun für Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Der Lichthof wurde zur zentralen Hinrichtungsstelle, an der mehr als 450 Menschen ihr Leben ließen. Zahlreiche davon wurden vom Stuttgarter Sondergericht unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Cuhorst wegen Nichtigkeiten zum Tode verurteilt. In der Bombennacht vom 12./13. September 1944 wurde das Justizgebäude vollständig zerstört; dabei wurden alle Akten vernichtet. Mit der Besetzung Stuttgarts am 21. April 1945 endete die deutsche Gerichtsbarkeit.

Der ehemalige stellvertretende Landtagspräsident Dr. Geisel berichtet über die Bestrebungen und die Schwierigkeiten, der verbrecherischen Urteile zu Gedenken und eine Ausstellung dazu zu erstelle.

Im Rahmen der Vortragsreihe 60 Jahre Zentrale Stelle und in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg

Eintritt: 5 € (ermäßigt 3 €)

Ort: Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, Ludwigsburg

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