Führung durch die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“

Am Sonntag, dem 11. März, ist die Ausstellung „Die Ermittler von Ludwigsburg“ im Schorndorfer Torhaus (Schorndorfer Straße 60, Ludwigsburg) von 11 – 12:30 Uhr geöffnet. Die Besucher werden über die Verbrechen des NS-Regimes und die Bemühungen der Zentralen Stelle, sie aufzuklären und prozessreif vorzubereiten, informiert.

Frau Samo wird in Ihrer Führung schwerpunktmäßig auf Gottlieb Hering eingehen. Er ist 1887 in bescheidenen Verhältnissen in Warmbronn geboren und kam 1910 zur Ordnungspolizei. 1929 wurde er zum Kriminaloberkommissar befördert und als Abteilungsleiter nach Göppingen versetzt, wo er parteifern und ortsunkundig in die Intrigen einer der damaligen NS-Hochburgen geriet. Christian Wirth riet ihm 1933 zum Parteieintritt und erwirkte seine Übernahme in die Kriminalpolizei Stuttgart. Fortan zeigte Hering sich abhängig von Wirth. Nach Herings Vorbereitung für den Kriegseinsatz der Ordnungspolizei 1940 in Gotenhafen brachte Wirth, selbst Inspekteur der Euthanasieanstalten, den als ‚SS-untauglich‘ eingestuften Kollegen bei der Gemeinnützigen Stiftung für Anstaltspflege, der Berliner Zentrale der Euthanasie-Morde, unter. 1943 ließ die Kanzlei des Führers ihn befördern, so dass er Wirth vom Kommando der Vernichtungsstätte Belzec im Distrikt Lublin ablöste. Nach dem tödlichen Attentat auf Wirth im Mai 1945 erkrankte Hering und kam vor Kriegsende nach Stuttgart, wo er sich körperlich nicht mehr erholte und in der Krankenhaus-Außenstelle Schloß Stetten im Remstal Ende Dezember 1945 verstarb.

Eintritt frei

Ort: Schorndorfer Torhaus, Schorndorfer Straße 60, Ludwigsburg

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