Anatomie des Bösen (Anatomy of Evil)

Der dänische Dokumentarfilmer Ove Nyholm protokolliert seine mehrjährige Suche nach den kollektiven Bedingungen des Massenmords sowie — mit beklemmender Eindringlichkeit — dessen augenscheinlich ungerührten Vollzug durch einzelne Täter. Dabei konnte Nyholm sowohl frühere deutsche Einsatzgruppenleiter von Massenexekutionen während des Zweiten Weltkriegs befragen als auch serbische Paramilitärs aus dem letzten Balkankrieg vor der Kamera zur Aussage bringen. Zu den Interviewten NS-Tätern gehörte auch Max Drexel, dessen Nachlass heute im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrt wird.

Nyholm verlässt das Areal der Schreibtisch-Banalität, das wir seit Hannah Arendt als Modul des Massenmords kennengelernt haben, und intensiviert seine Recherche im Blick auf die Täter und ihre Befindlichkeit des durchaus lustvollen Tötens ihrer vordefinierten Feinde. Solche Einzelbeispiele zeichnen eine genozidale Dynamik des Bösen nach, die die Täter als monströse, weil gänzlich gewissenlose Existenzen ausweisen, die sich jenseits aller ideologischen Rechtfertigungen in selbstgewollter, planetarischer Absonderung vom Rest der Menschheit befinden.

Eine Filmvorführung in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg im Rahmen der Ausstellung "Massenerschießungen".

Eintritt: 5 € (ermäßigt 3 €)

 

Ort: Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3, Ludwigsburg

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