Massenerschießungen in der Sowjetunion 1941-1944

Dr. Martin Cüppers

Verbrechensdimension und Akteure

Zwischen 1941 und 1944 erschossen Angehörige der SS, der Wehrmacht und deutsche Polizeieinheiten zusammen mit einheimischen Helfern in der Sowjetunion über zwei Millionen Juden, etwa 30 000 Roma und 17 000 Patienten psychiatrischer Anstalten oder töteten sie in sogenannten Gaswagen. Anhand historischer Dokumente und Fotografien beschreibt die Ausstellung die Entwicklung des Massenmords und die Aufarbeitung dieser Verbrechen nach 1945. Erstmals sind auf einer Karte die Orte der umfangreichsten Erschießungen verzeichnet. Vertiefungsebenen mit Hörstationen informieren über die Ereignisse in Städten wie Kiew oder Riga.

Im Zentrum der Ausstellung stehen fünf Fotografien, die die Ermordung von etwa 1.500 jüdischen Kindern, Frauen und Männern am 14. Oktober 1942 im ostpolnischen Mizocz (heute Ukraine) zeigen. Anhand dieses Beispiels werden die Schritte der Vernichtung der jüdischen Gemeinden und das Zusammenspiel von Verantwortlichen vor Ort und der nationalsozialistischen Führung in Berlin erörtert.

Die Ausstellung bietet Erklärungsansätze zu der Frage, was deutsche Männer dazu brachte, sich am Massenmord zu beteiligen. Außerdem geben eine Fotoserie mit Großaufnahmen und Interviews mit Überlebenden Raum, sich mit der Situation der Verfolgten auseinanderzusetzen. Schicksale Einzelner werden auf frei im Raum stehenden Stelen vorgestellt, um der verschiedenen Gruppen zu gedenken, die Opfer der deutschen Mordpolitik wurden.

Im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung "Massenerschießungen" gibt der Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart und Mitglied im Beirat der Ausstellung einen Überblick über den Stand der Forschungen zu diesem Teil des Holocaust, der anders als die Ermordung in den Gaskammern der Vernichtungslager nicht so sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht.

Eröffnung der Ausstellung "Massenerschießungen. Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941-1944.

Öffnung der Ausstellung vom 29.11.2017 bis 13.04.2018

In Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg

Eintritt frei

Ort: Staatsarchiv Ludwigsburg (Arsenalplatz 3) Ludwigsburg

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