Torhausführung

Torhausführung

Am Sonntag, dem 8. Oktober, wird das Schorndorfer Torhaus von 11 - 12:30 Uhr in der Schorndorfer Straße 60 wieder geöffnet sein. Frau Elfriede Samo vom Förderverein Zentrale Stelle wird durch die Ausstellung "Die Ermittler von Ludwigsburg" führen und die Besucher über die Verbrechen des NS-Regimes und die Bemühungen der Zentralen Stelle informieren, sie aufzuklären und prozessreif vorzubereiten.

Außerdem wird sie ihre Führung mit einem besonderen Thema anreichern und vertiefen: Christian Wirth, geb. 1885 in Oberbalzheim/Württemberg, war 1940 und 1941 Herr über die Tötungseinrichtungen der sogenannten „Euthanasie“ an Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen auf Reichsgebiet und in Oesterreich und von Ende 1941 bis November 1943 Herr über die Vernichtungslager in Polen (Generalgouvernement): Belzec, Sobibor und Treblinka.

Unter anderem war er durch seine brutalen Verhörmethoden im Hotel Silber in der Stuttgarter Dorotheenstraße auch dem Sicherheitsdienst Reinhard Heydrichs aufgefallen. 1937 wurde er Spitzel des SD und avancierte zum Vorsitzenden des Disziplinargerichts der Stuttgarter Polizei. Seine Beförderung zum Leiter des Kommissariats für Schwerkriminalität brachte ihn in Kontakt mit dem Leiter des chemischen Untersuchungsamtes Dr. Walter Heess aus Ludwigsburg, der selbst bald Leiter des Kriminaltechnischen Instituts im RSHA wurde. Ende 1939 überstellte das württembergische Innenministerium Wirth nach Berlin als Büroleiter für die Euthanasie-Morde in Grafeneck und darauffolgend als Inspekteur für alle Euthanasieanstalten. Christian Wirths Karriere ist charakteristisch für zahlreiche Haupttäter der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seine Versetzung in die Vernichtungslager des Gouvernementbezirks Lublin in Polen ist Thema der Führung im Museum am Schorndorfer Tor am Sonntag, den 8. Oktober.

Der Eintritt ist frei.

Ort: Schorndorfer Torhaus, Schorndorfer Str. 60

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