Max Manneimer – ein Überlebender berichtet

Dienstag, 3. Juni 2014, 19.00 Uhr
Zeitzeuge im Gespräch: Dr. h.c. Max Mannheimer
Der Überlebende des Völkermords stammt aus Ludwigsburgs Partnerstadt Nový Jičín


Max_Mannheimer_2014

Im Anschluss an den Bericht von Max. Mannheimer und an die mögliche Gesprächsrunde wird es Gelegenheit geben, bei Gebäck und Getränk mit dem Referenten des Abends und miteinander ins Gespräch zu kommen
Max Mannheimer verlebte eine glückliche Kindheit und Jugend in Neutitschein, einer Kleinstadt in der damaligen Tschechoslowakei – und heute unter dem Namen Novy Jicin Ludwigsburgs jüngste Partnerstadt. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Oktober 1938 verließ die Familie den von den Deutschen besetzten Teil des Landes in Richtung Mähren. Auch dort nahmen die Repressalien gegenüber der jüdischen Bevölkerung immer mehr zu.
Max Mannheimers Familie wurde schließlich im Januar 1943 nach Auschwitz deportiert, wo seine Ehefrau, seine Eltern und drei seiner Geschwister ermordet wurden. Sein jüngerer Bruder Edgar und er wurden von Auschwitz zunächst in das KZ Warschau und im August 1944 in das KZ Dachau überstellt. Im Außenlagern von Dachau mussten beide Zwangsarbeit leisten.
Auch den nun folgenden Evakuierungstransport überlebten Max und Edgar. Abgemagert und an Typhus erkrankt, wurden sie am 30. April 1945 in Tutzing von den Amerikanern befreit. Mit der Befreiung begann ein neues Leben für Max Mannheimer. Er ging zurück nach Neutitschein, lernte dort seine zweite Frau, eine Deutsche, kennen und kehrte mit ihr und Tochter Eva 1946 nach Deutschland zurück.
Max Mannheimer folgt mit seinem Besuch in Ludwigsburg einer Einladung des Fördervereins Zentrale Stelle, der Stadt Ludwigsburg und des Staatsarchivs Ludwigsburg. Für Schülerinnen und Schüler ist am Mittwoch Vormittag ein zweiter Vortrag organisiert. Der Förderverein Zentrale Stelle bekam von Max Mannheimer die Erlaubnis, den Vortrag am Dienstag aufzuzeichnen, so dass dieser auch später beispielsweise im Schulunterricht eingesetzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit der Stadt Ludwigsburg und dem Staatsarchiv Ludwigsburg

Seinen 94. Geburtstag feierte er im Februar – vor 69 Jahren überlebte er die mörderischen Haftbedingungen des Konzentrationslagers Dachau: Max Mannheimer, vielfach geehrt für seinen unermüdlichen Einsatz für politische Aufklärung und Demokratie, gegen Vergessen und Rechtsradikalismus. Als Vorsitzender der „Lagergemeinschaft Dachau“ brachte er Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu, als erstes deutsches Regierungsoberhaupt das frühere KZ zu besuchen. Am Dienstag, 3. Juni, ist Max Mannheimer um 19.00 Uhr zu Gast im Ludwigsburger Staatsarchiv.

Staatsarchiv ·Arsenalplatz 3, Ludwigsburg