Ein Zeitzeuge berichtet

Juden geholfen - im KZ misshandelt - überlebt
Ein Überlebender des Nazi-Terrors – Josef Snep berichtet:
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Das war ein sehr beeindruckender Abend mit Josef Snep, geboren in Bonn, zuhause in Amsterdam. Eine Geschichte von scheinbar selbstverständlicher Menschenliebe und Anständigkeit: Zusammen mit seinem ebenfalls katholischen Vater half er Juden, die aus Deutschland oder aus den Niederlanden fliehen wollten, über die Grenze. Sie wurden verraten, verhaftet, misshandelt und in verschiedene Konzentrationslager der Nazis gesperrt.

In Sachsenhausen überlebte er das mörderische „Schuhläufer-Kommando", bei dem Gefangene auf grausamste Weise gezwungen wurden, Experimente von Schuh-Konzernen wie auch Salamander (Kornwestheim) durchzuführen. Josef Snep und sein Vater überlebten den Horror – sie waren sportlich und ihre handwerklichen Qualitäten als Tischler konnten die Nazis gut gebrauchen.

Immer wieder spricht Josef Snep von "großem Glück", das er hatte und auch von SS-Leuten, die zumindest ihm gegenüber fair gewesen seien. Er konnte untertauchen, kam durch den Krieg, lebte sein Leben neu und gründete eine Familie.

Seine Enkeltochter Marije begleitet ihn auf der Reise nach Ludwigsburg, wo er fünf mal seine Geschichte erzählt. Auf die Frage, wie er all die Torturen seelisch überstehen konnte, antwortete er: „Ich weiß es nicht." Das Ludwigsburger Staatsarchiv war bestens gefüllt, Interessierte fast aller Altersgruppen lauschten seiner Erzählung, die einem den Magen zusammenziehen lässt, den Atem verschlägt und das Herz erweicht.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Dialog Synagogenplatz“ und dem Staatsarchiv Ludwigsburg


22. 10. 2013, 19.00–20.30 Uhr
Staatsarchiv Ludwigsburg