Das Massaker von Palmicken

Dienstag, 8. Juli 2014, 19.00 Uhr
Das Massaker von Palmnicken im Januar 1945

VORTRAG und ZEITZEUGENGESPRÄCH mit Martin Bergau

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Es war eine klirrend kalte Nacht Ende Januar 1945, als ein SS-Kommando dreitausend jüdische Frauen auf das Eis der Bernsteinküste bei Palmnicken trieb. Dort wurden die bereits völlig entkräfteten Menschen erschlagen, erschossen, ertränkt oder dem Erfrierungstod ausgesetzt. Die Ermordeten waren Teil eines menschenverachtenden Gewaltmarsches, in den von Königsberg aus fünftausend Juden gehetzt worden waren; zweitausend von ihnen starben bereits unterwegs. Die Operation „Todesmarsch Palmnicken“ stellt das größte deutsche Massaker an Juden in Ostpreußen während des Dritten Reiches dar. Martin Bergau hat als 16-Jähriger die Geschehnisse in seinem Heimatdorf Palmnicken selbst miterlebt.
Er berichtet: „Mit diesem Tag stürzte mein bislang von allen Schrecken des Krieges verschont gebliebener Heimatort in die tiefsten Abgründe der Hölle. Wenige Tage später wurden diese halbverhungerten Menschen in das Eis der Ostsee vor Palmnicken getrieben.“ Während über den Untergang des Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“, der zur selben Zeit geschah, relativ weitgehend berichtet wurde, wurde die Ermordung der jüdischen Frauen in Palmnicken „verdrängt und verschwiegen“, wie Martin Bergau beklagt.

In Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Ludwigsburg