„Zwischen den Zeilen?“

Ausstellung Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument

Wer über Medien verfügt, hat Einfluss auf die öffentliche Meinung. Deshalb etablierte die nationalsozialistische Bewegung schon früh eigene Zeitungen und sicherte sich gleichzeitig die Unterstützung nationalkonservativer Blätter. Nach der Machtübernahme 1933 betrieben die Nationalsozialisten entschlossen die „Gleichschaltung“ der Presse: Zeitungen wurden verboten, unliebsame Journalisten verfolgt, die Berufsverbände reglementiert und die Berichterstattung gelenkt, Verlage wurden enteignet.
Die Presse sollte dazu dienen Normalität und Konsens vorzugeben, Zweifel zu verdrängen und die Kritikfähigkeit der Leser zu zerrütten. Besonders wirkungsvoll war dieses Propagandainstrument, wenn der Anschein von Pressevielfalt und -freiheit gewahrt blieb und die Beeinflussung unmerklich „zwischen den Zeilen“ geschah. Dennoch gab es Spielräume für journalistisches Handeln und eigene Urteilsbildung.
Die von der Stiftung
Topographie des Terrors in Berlin konzipierte Ausstellung zeigt, wie die NS-Diktatur die deutsche Presselandschaft veränderte, und fragt, welche Denk- und Handlungsspielräume es für Verleger, Journalisten und Leser gab.
Das Staatsarchiv Ludwigsburg ergänzt die Ausstellung durch eine Onlinepräsentation von Entnazifizierungsakten von Journalisten und Verlegern insbesondere aus der Region. Online einsehbar sind fast 4000 Scans über 36 Personen.

27. November 2015 – 18. März 2016 Öffnungszeiten: Mo-Do 9 –16.30 Uhr · Fr 9 – 15.30 Uhr · So 14 – 17 Uhr • Sa sowie vom 24.12. – 2.1. geschlossen
Staatsarchiv (Arsenalplatz 3), Ludwigsburg ·
Eintritt frei