Kriegsberichte von Hans Bayer (Thaddäus Troll)

Elfriede Samo:
Eroberungskrieg an der Ostfront: Kriegsberichte des Journalisten Dr. Hans Bayer im Zweiten Weltkrieg
Dr. Hans Bayer hatte Journalismus gelernt – neben umfangreichem Studieren von 1935 bis 1937 als Volontär der Ludwigsburger Zeitung. 1940 wurde seine Bewerbung für die Wehrmacht-Propagandakompagnien angenommen.
Dr. Hans Bayer, später unter dem Pseudonym Thaddäus Troll ein populärer schwäbischer Schriftsteller, hatte Journalismus gelernt – neben umfangreichem Studieren von 1932 bis 1938 auch als Volontär und Hilfsredakteur der "Ludwigsburger Zeitung". Als Soldat bewarb er sich um eine Mitarbeit bei den Wehrmacht-Propagandakompanien (PK). Im Januar 1941 begann sein Einsatz als PK-Wortberichter für die Frontzeitung „Der Stoßtrupp“. Ende November 1941, als das „Unternehmen Barbarossa“ kurz vor Moskau in einen Stellungskrieg überging, hatte Bayer bereits 75 Artikel geschrieben.
Als die Roten Armee 1943 die besetzten Gebiete zurückzuerobern begann, wechselte Bayer zur Propagandakompanie 670 und wurde zum Hauptschriftleiter der Frontzeitung „Der Sieg“ befördert. Der Rückzug der Frontzeitung erfolgte über Warschau (Oktober 1943), Łódź (Juli 1944), Druckereizug (Dezember 1944) und endete im März 1945 in der Danziger Bucht, wo die letzte Nummer erschien.
Als Berichterstatter hatte Hans Bayer Zugang zu bestens informierten Kreisen. Doch äußerte er sich öffentlich weder über die Massenmorde an der Zivilbevölkerung, noch jemals über das Massensterben in den Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern oder über die mörderischen Machenschaften der SS im Partisanenkampf in den Gebieten, wo er mit seinen Kompanien stationiert war.

Dienstag, 16. Februar 2016 · 19.00 Uhr
Staatsarchiv (Arsenalplatz 3), Ludwigsburg ·
Eintritt: 5 / 3