Komm und sieh!

Einer der radikalsten Antikriegsfilme der Kinogeschichte: Elem Klimow, Filmemacher der Perestroika-Ära, zog alle Register naturalistischer Darstellung und künstlerischer Gestaltung. Die Handlung zeigt wenige Tage im Leben des Jugendlichen Fljora im März 1943 in Weißrussland.
Historischer Hintergrund sind die Massenmorde, die von den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und der SS (besonders berüchtigt: die „SS-Sondereinheit Dirlewanger“) verübt wurden. Der Film aus der Perspektive des Jugendlichen ist allerdings keinesfalls eine Dokumentation, sondern eine Parabel von der Brutalität, die Menschen im Krieg anderen Menschen und auch der Natur antun, und von den unheilbaren Wunden in den Seelen der Überlebenden. Geschehen, Kameraführung, Musik und Geräusche setzen die Zuschauer/innen dem Horrortrip aus, den Fljora erlebt.
Der Junge schließt sich den Partisanen an, um ein patriotisches Abenteuer zu erleben. Statt dessen wird er in in kürzester Zeit zu einem gebrochenen alten Mann. Ein Kritiker schrieb: „Keine leichte Kost, sondern ein erschütterndes Meisterwerk, das man vielleicht nicht mehrmals sehen will, aber einmal gesehen haben sollte.“

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